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Tingwall, Shetland

Die kleine Landzunge am nördlichen Ende des Tingwall Loch, bekannt als Tingaholm, war bis zum späten 16. Jahrhundert Sitz des shetländischen Parlaments.

Tingwall Kirk © Davy Cooper Tingwall Kirk © Davy Cooper Zoom Obwohl Dokumente existieren, die auf Zusammenkünfte in Tingwall seit 1307 hinweisen, gibt es nur ein einziges Dokument, das eine solche Versammlung auf dem Werder tatsächlich belegt. Hierbei handelt es sich um einen Brief aus dem Jahr 1532. Es wird angenommen, dass Amtsträger an einem groben Steintisch auf dem Werder saßen, während sich die Abgeordneten auf dem Hang unterhalb der Kirche versammelten. Bei schlechtem Wetter wurde das Thing wahrscheinlich in der Kirche abgehalten.

Tingaholm war einst eine kleine, vom Wasser umgebene Insel, die über einen Steindamm erreichbar war. In den Jahren nach 1850 wurde der Wasserspiegel in dem Loch gesenkt und so entstand der Werder in seiner jetzigen Form. Die Steinsitze waren vor dem Jahr 1774 herausgerissen worden, um mehr Weideland zu schaffen, die Überbleibsel des Steinweges sind jedoch bis heute zu sehen.

In den 1570er Jahren verlegte Graf Robert Stewart das Thing nach Scalloway. Allerdings wurde der Standort noch ein weiteres Mal im Jahr 1577 genutzt, als über 700 Shetländer anreisten, um bei den königlichen Gesandten von Edinburgh eine Beschwerde gegen den örtlichen Feudalherren, Lawrence Bruce, einzulegen.

Regionale Things in Shetland

Ein kurzer Blick auf die Gemeindenamen Shetlands zeigt uns, dass eine ausnehmend hohe Anzahl unter ihnen das Wort ting im Namen trägt. Jeder dieser Namen lässt darauf schließen, dass einst in dieser Gegend regionale Versammlungen abgehalten wurden.

This site in Dale, Delting is believed locally to be the site of the Dale thing © Frank Bradford This site in Dale, Delting is believed locally to be the site of the Dale thing © Frank Bradford Zoom Die meisten dieser Namen beziehen sich auf Gemeinden, wie zum Beispiel Aith in Aithsting, Dale in Delting, Sand in Sandsting und Lunna in Lunnasting. An einigen dieser Orte standen Gemeindekirche, und es ist gut möglich, dass diese im Mittelalter die Heimat einflussreicher Persönlichkeiten waren.

In frühen Aufzeichnungen werden weitere Bezeichnungen für Things genannt, diese sind aber heute nicht mehr gebräuchlich. Gnípnaþing erscheint in Dokumenten aus den Jahren um 1510 und 1682. Diese Bezeichnung bezieht sich auf das Thing am gnípa, ein steiler Hügel. Mündlich überlieferte Geschichten besagen, dass es sich auf das Areal um das Stadtgebiet von Neap herum bezieht, das sich im Nordosten der Gemeinde von Nesting befindet. Nesting selbst ist eine Bezeichnung für ein Thing und bedeutet das Thing am Ness (wörtl: Vorgebirge). Man ist sich nicht ganz sicher, auf welches Ness sich die Bezeichnung bezieht, möglicherweise handelt es sich um die Landzunge, auf dem sich Neap befindet.

Die Bezeichnungen Þvætaþing und Rauðarþing sind beide in einer Aufzeichnung von 1321 zu finden. Þvætaþing war möglicherweise an der Westseite, in einer Gegend, wo in vielen Namen das Wort „twatt“ zu finden ist (kommt von þveit und bezeichnet ein Stück Gras zwischen Baumgruppen). Laut dem Wissenschaftler Jakob Jakobsen bezieht sich der Name Rauðarþing auf einen Teil der Gegend Northmavine, bekannt unter dem Namen Rø. Diese Bezeichnung ist auch heute noch Teil des Namens „North Roe“, der nördlichste Punkt dieses Gebiets. Kürzlich wurde eine weitere Möglichkeit des Namensursprungs aufgezeigt: Es ist denkbar, dass der Name sich eigentlich auf das Thing am Reafirth (altnordisch Ræðarfyrðe) bezieht, die ehemalige Bezeichnung für Mid Yell.

Local folklore tells us that the thing met at this promontory in Neap, Nesting © Frank Bradford Local folklore tells us that the thing met at this promontory in Neap, Nesting © Frank Bradford Zoom In einem Dokument findet sich ein Hinweis auf eine Zusammenkunft am Mittsommertag in Gardie in Mid Yell im Jahr 1538. Diese Versammlung zeigt, wie wichtig die örtlichen Things waren. Zu diesem Anlass kamen ein shetländischer Mann des Gesetzes , Vertreter des Gesetzes aus Yell und Unst, ein Dutzend Beisitzer und sogar ein Vertreter des Königs zusammen.

Es sind aber nicht nur die Namen, die das Wort ting beinhalten, die eine Verbindung zu den Gerichtsstätten darstellen. Die Bezeichnung herra bezieht sich augenscheinlich auf eine noch ältere, verwaltungsrelevante Unterteilung. Einer alten, um 1890 in Fetlar niedergeschriebenen Aufzeichnung zufolge war die Insel einst in drei kleine Distrikte aufgeteilt und einer davon ist das heutige Herra. Es wird angenommen, dass jeder Distrikt sein eigenes Thing hatte. Weitere Herras findet man in Yell, Lunnasting und Tingwall.

IN DER UMGEBUNG

Tingwall Kirche
Tingwall war nicht nur Sitz des shetländischen Parlaments, sondern auch Sitz der shetländischen Erzdiözese. Die heutige Kirche, Tingwall Kirk, wurde 1788 erbaut, es wird aber angenommen, dass seit dem 12. Jahrhundert auf derselben Stelle eine Kirche gestanden hat. Man geht davon aus, dass das Grabgewölbe auf dem Kirchengelände zu dieser früher erbauten Kirche gehörte.

Der Murder Stone (Stein des Mordes)
Direkt an der Straße steht am südlichen Ende des Tingwall-Lochs ein Stein, von dem gesagt wird, hier habe Graf Henry von Orkney mit seinem Gefolge seinen Cousin Malise Sperra im Jahr 1389 umgebracht, wahrscheinlich in einem Kampf um die Vormachtstellung in Shetland.

Scalloway Castle © Davy Cooper Scalloway Castle © Davy Cooper Zoom Scalloway
Die Ortschaft Scalloway befindet sich nur etwas über 3 km von Tingwall entfernt. Hier finden Sie Geschäfte, Speise- und Übernachtungsmöglichkeiten sowie Toiletten.

Scalloway Schloss

Das Schloss Scalloway lieβ Graf Patrick Stewart im Jahr 1599 von Zwangsarbeitern erbauen. Das Thing (in den frühen 1570ern aus Tingwall verlegt) wurde während der späten Jahre in der großen Halle des Schlosses abgehalten, die letzte belegte Versammlung fand im Jahr 1608 statt. Das Schloss, mittlerweile fehlte das Dach, wurde weniger als 100 Jahre bewohnt und wird nun von Historic Scotland (der schottischen Organisation für Denkmalschutz) betreut und ist für die Öffentlichkeit zugänglich.

Scalloway Museum

Im benachbarten Scalloway Museum befindet sich eine faszinierende Ausstellung zu den norwegischen Helden des sogenannten „Shetland Bus“, die den Ort während des zweiten Weltkrieges zu ihrer geheimen Ausgangsbasis machten.

Shetland Museum and Archives © Davy Cooper Shetland Museum and Archives © Davy Cooper Zoom Lerwick
Lerwick, die Hauptstadt Shetlands ist nur 11 km von Tingwall entfernt. Hier finden Sie Geschäfte, Speise- und Übernachtungsmöglichkeiten sowie Postamt, Geldautomaten, Supermarkt und Touristeninformationsschalter.

Shetland Museum und Archive

Das Tor zu Shetlands einzigartigem Kulturerbe und seiner besonderen Kultur ist das Shetland Museum und die Archive in Lerwick, wo über 3000 Artefakte mit Stimmen und Bildern aus den Archiven zusammengestellt sind, und den Besucher durch die 6000-jährige Geschichte Shetlands führen, angefangen von den geologischen Ursprüngen bis zur heutigen Zeit.

BESUCHERINFO

Besuchen Sie Shetland
Lonely Planet bezeichnet Shetland als eine der weltbesten Touristenattraktionen. Den Besuchern von Shetland bieten sich hier vielfältige wilde Tierarten, faszinierende Landschaften und eine reiche, lebendige Kultur. Mehr als 6000 Jahre Geschichte, 138 Sandstrände und ungefähr 19 Stunden Tageslicht im Sommer – in Shetland ist für jeden etwas dabei.

Geologie
Aufgrund des einzigartigen geologischen Naturerbes wurde Shetland im Jahr 2010 der Status eines UNESCO-Geoparks zuerkannt. Angefangen bei uralten Ozeanböden bis hin zu erloschenen Vulkanen, hier gibt es fast jeden bisher bekannten geologischen Vorgang zu erleben. Somit ist Shetland eines der geologisch abwechslungsreichsten Gebiete Europas.

Mousa Broch, part of the Crucible of Iron Age Shetland © Davy Cooper Mousa Broch, part of the Crucible of Iron Age Shetland © Davy Cooper Zoom Archäologie
In Shetland findet man einige der wichtigsten Monumente der ganzen Welt. Mehr als 4000 Jahre Geschichte auf dem Jarlshof, das am besten erhaltene Dorf der Eisenzeit Nordeuropas in Old Scatness, eine Tour nach Mousa, dem intaktesten 2000 Jahre alten Broch weltweit (ringförmige, turmartige Anlage aus der Eisenzeit) - all das bietet Shetland. Shetlands Vergangenheit ist auf jedem Hügel zu finden, von frühzeitlichen Häusern und Gräbern bis hin zu den Langhäusern der Wikinger – all das gilt es zu entdecken.

Natur
Shetland ist der Traum eines jeden Naturliebhabers. Wale und Otter können entlang der Küste gesichtet werden, hier wachsen seltene arktische Pflanzen und spektakuläre Seevögelkolonien warten auf Besucher. Außerdem lassen sich Papageientaucher beobachten, eine von mehr als einer Million Vogelarten, die die shetländische Küste Jahr um Jahr aufsuchen. Die weltberühmten kleinen Shetlandponies sieht man auf der ganzen Insel, sie grasen entlang der Straße oder in den heidebewachsenen Hügeln. Sie erwecken zwar den Eindruck, wild zu sein, gehören tatsächlich aber allesamt den shetländischen Kleinbauern, die sie auch unterhalten.

Kultur
Die Kulturlandschaft Shetlands ist bunt und abwechslungsreich. Traditionell besteht eine enge Verbindung zu Skandinavien und bis heute ist das nordische Erbe in gesprochenen Dialekten und in den Städtenamen zu finden. Die Fahne ist eine Kombination aus dem schottischen Andreaskreuz und dem skandinavischen Kreuz und steht für eine stete Verbindung zu sowohl Schottland als auch Skandinavien. Die Inseln sind bekannt für ihr reiches Musikkulturerbe und für die von hier stammenden Musiktalente. Jedes Jahr finden auf Shetland viele Musikfestivals statt, wie zum Beispiel das weltberühmte Shetland Folk Festival. Außerdem gibt es ein jährliches Film- und Buchfestival sowie natürlich das Up Helly Aa, Shetlands berühmtes Feuerfestival. Die althergebrachten Berufe und Industriezweige - Landwirtschaft und Fischen - haben bis heute Bestand. Zwar wurden viele traditionelle Methoden mittlerweile durch moderne Technologie ersetzt, dennoch findet man sie zum Teil noch heute in manchen Orten. Ein weiteres beliebtes shetländisches Erzeugnis ist die Strickware. Heute führen die Exporte von Strickware mit Fair-Isle-Muster und shetländischer Spitze diese schöne regionale Tradition fort.

Anreise
Shetland ist über den Luftweg (www.flybe.com) oder den Seeweg (www.northlinkferries.co.uk) gut zu erreichen.

Flugverbindungen vor Ort, Fähren und Busse - www.zettrans.org.uk

LAGE

KONTAKT

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Shetland Museum & Archives
Hay's Dock
Lerwick
Shetland
ZE1 0WP

Tel: 00 44 1595 989898
E-Mail: info@shetland.org

URSPRUNG / HERKUNFT DES NAMENS

Altnordisch Þingvöllr: Parlamentsgelände

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